Twitter ist eine großartige Möglichkeit, um mit Leuten in aller Welt in Kontakt zu treten und zu bleiben. Es scheint leider auch eine gute Möglichkeit zu sein, um verklagt zu werden – wie aktuell das Beispiel von Mark Zondler, Co-Gründer von Mikogo, zeigt.

Die nüchternen Fakten – Mikogo vs. Mannheim

2007, als die Idee Twitter gerade Momentum gewann, hat Mark Zondler den Nutzernamen “Mannheim” auf Twitter registriert.

Drei Jahre nach Registrierung des Accounts – und damit zu einem Zeitpunkt, an dem sich Twitters zentrale Rolle für Online Marketing erwiesen hat – erhielt er nun ein offizielles Schreiben der Stadt Mannheim, die Ihn dazu auffordert, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben und den Twitter Account „Mannheim“ freizugeben. Andernfalls werde man Klage bei Gericht einreichen.

Ist das überhaupt gerechtfertigt?

Mannheim will Twitter-Account einklagen

Unabsehbare Folgen

Was folgt als Nächstes? Wird gegen Blogger, Webseiten oder auch Künstler vorgegangen, die “Mannheim” in der URL benutzen? Darf ich eine E-Mail-Adresse mit dem Namen „Mannheim“ benutzen? Kann ich bei allen anderen Webseiten „Mannheim“ nicht als Benutzername verwenden? Und darf mir die Stadt Mannheim den Twitter Account twitter.com/mark_mannheim auch verbieten?

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Privatpersonen mit dem Nachnamen “Mannheim” Recht auf den entsprechenden Twitter-Account haben. Und wer hat dann – schlicht gesagt – mehr Recht?

Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn eine Stadt wie Mannheim sich als solche ersichtlich registrieren würde – also etwa als “Stadt_Mannheim” – und dann von Twitter verifizieren lassen würde?

Abgesehen von der anscheinend schwierigen Rechtslage ist das Vorgehen der Stadt in unseren Augen schlicht enttäuschend. Anstatt den Dialog zu suchen, wird die offenbar gut ausgerüstete Rechtsabteilung auf einen privaten Bürger und ein kleines Unternehmen losgelassen. Nicht die feine englische Art, um mit seinen Bürgern und Steuerzahlern umzugehen, meinen wir.

Was meinen Sie? Kommentieren Sie mit Ihrer Meinung und natürlich gerne auch mit Ihren Erfahrungen in Sachen Online-Recht. Denn das ist sicherlich ein Thema, das für uns alle von Belang ist.